Blog – ohne Fleiss kein Preis

Aus der Forschung wissen wir, dass unser Gehirn, um Neues zu lernen, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen aufbauen muss. Anfänglich sind diese Verbindungen noch schwach und werden durch wiederholtes Üben dicker. Je gefestigter die Bahnen zwischen den Zellen sind, desto einfacher können wir das Gelernte abrufen. Das gilt beim Vokabeln Büffeln genauso, wie bei motorischen Abläufen oder bei Gewohnheiten, die wir verändern möchten.

Natürliche Begabungen machen alles einfacher

Wollen wir also eine Fremdsprache erlernen, eine Gewohnheit verändern oder Einrad fahren lernen, kommen wir nicht um das Üben herum. Zugegeben, gewisse Dinge lernt man schneller als andere. Dafür sind unsere Talente verantwortlich. Da wo wir mit einer natürlichen Begabung gesegnet sind, gelingt einfach alles mit weniger Aufwand etwas besser. Will man allerdings in einem Bereich richtig gut werden, muss auch der/die Begabteste fleissig üben.

Verhält sich Erfolg proportional zum Fleiss?

Soweit sind diese Informationen nichts Neues. Im Prinzip sagen die vorangegangen Abschnitte aus, dass sich Erfolg proportional zum Fleiss verhält. - Ist dem wirklich so? Um diese Frage zu beantworten hören wir uns die Geschichte des japanischen Schwertkämpfers an:

Der ehrgeizige Schwertkämpfer

Eine japanische Geschichte erzählt von einem ehrgeizigen Schwertkämpfer, der vom Meister wissen will, wie lange es dauert, bis er die Schwertkunst perfekt beherrscht, wenn er fleissig übt. Mit zehn Jahren müsse er schon rechnen, meint der Meister zum talentierten Schüler.

Dies war dem ehrgeizigen Mann viel zu lang. Und er wollte wissen, wie lange es dauere, wenn er aussergewöhnlich hart arbeite. Dann, meinte der Meister, müsse er sogar mit dreissig Jahren rechnen. Irritiert wollte der Schüler wissen, wie es denn aussehe, wenn er nur noch trainiere und nichts anderes mehr mache. In diesem Fall, sagte der Meister, würde es sogar ein Leben lang dauern.

Man kann auch zu fleissig sein

Die Geschichte des ehrgeizigen Schülers macht klar, dass man auch zu fleissig sein kann. Und dass dies den Weg offenbar nicht verkürzt. Im Gegenteil, sogar deutlich verlängern kann. Es gibt einen Punkt, an dem Fleiss die Entwicklung anfängt zu hemmen. Dann, wenn die Schaffensfreude der Verbissenheit weicht. Wenn über lange Zeit kein Genuss mehr neben der Zielerreichung Platz hat und wenn keine Abweichung vom Plan mehr toleriert wird.

Der Weg wird länger statt kürzer

Mit Fleiss soll ein Ziel erreicht werden. Mit Einsatz und Hingabe. Mal mehr, mal weniger, mal kürzer, mal länger. Wenn das Ziel aber in sehr weiter Ferne ist, und bereits alle Ressourcen vereinnahmt, ist es ein Anzeichen dafür, dass der Weg am länger werden ist. Im schlimmsten Fall dauert es dann ein Leben lang, wie der japanische Meister in der Geschichte seinem ehrgeizigen und talentierten Schüler prophezeit.

Wägen Sie ab

Um einen Preis in absehbarer Zukunft zu erringen, kann Ihnen purer Fleiss zu Höchstleistungen verhelfen. In dieser Situation geht es darum, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu erschliessen oder durch wiederholtes Training zu verbreitern.

Zielen Sie jedoch auf einen Erfolg in fernerer Zukunft ab, sollten Sie Ihren Einsatz wohl dosieren, um auf dem schnellsten Weg ans gewünschte Ziel zu kommen. Denn in diesem Fall geht es Ihnen wie dem talentierten Schwertkämpfer. Durch zu viel Ehrgeiz rückt das Ziel in weite Ferne.

#Fleiss #Arbeitsleistung #Ehrgeiz #Überlastung #Burnoutgefahr

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